Die Auswirkungen von wenig Schlaf

Schlechter Schlaf führt in der Regel erstmal zu einer erhöhten Aktivität. Nach einer Nacht mit wenig Schlaf benötigt der Körper am nächsten Tag mehr Energie, um die anstrengenden Wachphasen in der Nacht physiologisch auszugleichen. Das Gehirn gleicht diese erhöhte Aktivität durch ein gesteigertes Hungergefühl aus. Das resultiert darin, dass man mehr isst, als tatsächlich vom Körper benötigt wird.

Gleichzeitig werden die Hormone Ghrelin und Leptin, die dem Körper das Sättigungsgefühl vermitteln, herunterreguliert. Diese Störung des Regulationsprozesses führt neben einem erhöhten Hungergefühl auch zu einem ausbleibenden Sättigungsgefühl. Diese ungewollte Appetitsteigerung kann, insbesondere bei Frauen, schon innerhalb kurzer Zeiträume zu einer signifikanten Gewichtszunahme führen.

Bereits innerhalb einer Woche kann das zu einer Zunahme von bis zu einem Kilogramm Körpergewicht führen. Doch glücklicherweise ist auch das Gegenteil der Fall. Allerdings verläuft der Gewichtsverlust, wie so häufig, langsamer als die Gewichtszunahme.

Studie des Howard Hughes Medical Institutes 

Eine Studie des Howard Hughes Medical Institutes der Universität von Texas liefert Hintergrundinformationen zum Verständnis dieses wichtigen Phänomens. Wenn wir ausreichend essen, produziert das Gehirn die Sättigungshormone Ghrelin und Leptin. Die Freisetzung dieser Hormone führt zu einem Sättigungsgefühl – und man hört auf zu essen.

Bei den Probanden der Studie an der Universität von Texas wurde die Schlafdauer über einen Zeitraum von fünf Nächten um je eine Stunde pro Nacht verkürzt. Das heißt die Probanden schliefen über fünf Tage je eine Stunde weniger, als sie eigentlich pro Nacht benötigen. Diese Simulation spiegelt häufig eine reguläre Arbeitswoche wieder: Wir schlafen unter der Woche weniger und gleichen das Schlafdefizit am Wochenende aus.

Schon nach fünf Nächten führt unzureichender Schlaf zu einer signifikanten Gewichtszunahme. Die Probanden haben durchschnittlich fast 0,82kg Körpergewicht pro Woche zugelegt. Glücklicherweise zeigt die Studie auch, dass ein gesundes, normales Schlafmuster zu einem Verlust des Körpergewichtes führt. Dieser Prozess nimmt jedoch wesentlich mehr Zeit in Anspruch.

Die Wichtigkeit von Melatonin für einen gesunden Schlaf 

Die Verschiebung des Schlafmusters hilft auch, die Physiologie hinter der Gewichtszunahme mit einer Veränderung des natürlichen Melatoninhaushalts zu erklären. Diese Verzögerung der zirkadianen Melatoninphase deutet darauf hin, dass eine kleine Dosis Melatonin dabei hilft, die Verschiebung aufzuheben. Durch die Aufnahme von etwas Melatonin stellt sich der natürliche Schlafrhythmus wieder ein.

Um das Phänomen zu verstehen sind folgende Punkte wichtig:

  • Frauen reagieren mit einer größeren Gewichtszunahme als Männer.
  • Ein gesunder und regelmäßiger Schlafrhythmus unterstützt die Gewichtsregulierung

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Nachweise:

Die Bilder sind Eigentum der Biosential Inc.

Die Studie des Howard Hughes Medical Institutes der Universität von Texas finden Sie hier: https://www.pnas.org/content/110/14/5695